2025 Sternen-Zauber

Ein Raum für das Kinderferienlager

Ein Raum kann mit einem einmaligen deckenden Anstrich farbig gestaltet werden. Er kann aber auch mit vielen dünnen Lasurschichten, die eine immer ein bisschen andere Nuance haben, Schicht für Schicht angemalt werden. Jede Lasurschicht gibt dann mehr Farbtiefe und mit jeder Schicht leuchtet das Licht immer wärmer und erfüllter aus der Tiefe hervor. Solch ein, aus der Tiefe hervorleuchtender innerer Seelenraum, ist unser Kinderferienlager.

Diesen Raum bewohnt ein geistiges Wesen, das vertraut ist mit dem fortwährenden Wachsen und Werden der Kinder. Und dieses Wesen freut sich von Jahr zu Jahr über die jeweilige neue „Lasurschicht“ seines geistigen Seeleninnenraumes, die mit jedem Ferienlager dazukommt.

In diesem Jahr war die neue „Lasurschicht“ kraftvoll funkelnd und führte uns in zauberhafte Märchenwelten. In der Lagergeschichte hörten wir von den geheimnisvollen Ereignissen, die zur Geburt von Artus bis hin zu seiner Königswahl führten, gelenkt von der Herrin vom See und Merlin dem grossen Zauberer, der in den Sternen zu lesen wusste. Die Märchenwelten leuchteten in besonderer Weise am ersten Thementag auf. Überall im Haus waren Märchen-Stationen verteilt. Jede Gruppe hatte ihr eigenes Märchen, das sich auf dem Weg durchs Haus nach und nach vervollständigte und zum Schluss einstudiert und den anderen Gruppen vorgeführt wurde.

Die zauberischen Welten drangen auch in die Küche vor, wo für das jeweilige Tagesmenu die Zaubermützen befragt wurden: „Zauber der Mütze, Zauber der Mütze, sag mir, gibt es heute Suppe oder Grütze?“ – Ein Glück, dass die Zaubermützen noch weitere leckere, kreative Menuevorschläge zu bieten hatten!

Weitere zauberhafte Ereignisse können der Lagerzeitung und dem Bericht von Madlaina Kaiser entnommen werden.

Wo ist das Kinderferienlager-Wesen, wenn es nicht in Walkringen haust?

Eltern beschreiben, wenn ihre Kinder vom Ferienlager nachhause kommen, wie das Kinderferienlager in den Erzählungen der Kinder, in den Liedern, die sie singen und in den Briefen, die zwischen neu gefundenen Freunden und Freundinnen hin- und hergehen, noch lange nachklingt. In den Nachklang mischt sich auch die Vorfreude aufs nächste Lager, so dass die Kinder in ihren Herzen schon davon zu träumen beginnen. 

Und wirklich, die ersten Vorbereitungen fürs nächste Kinderferienlager beginnen bereits kurz nach dem vergangenen: Im Frühherbst werden die neuen Plakate gestaltet und das Kernteam trifft sich für die erste Themensuche. Vor Weihnachten wird die Einladung für den grossen Vorbereiterkreis versandt. Ein erstes Treffen im Januar widmet sich, neben der Freude des Wiedersehens der Helfer, der Themenwahl. In den beiden nächsten Treffen werden die einzelnen Ausgestaltungen immer konkreter: Die Workshops, die Thementage, die grosse Wanderung – aber auch die Überlegungen, wie wir die Kinder in die Nacht begleiten, sie bei Heimweh unterstützen und ihre inneren Kräfte stärken.

So wird die neue Farbe für den nächsten „Lasuranstrich“ gut ausgewählt und gründlich angerührt, um dann im nächsten Ferienlager sorgfältig und liebevoll aufgetragen zu werden – damit der Seelenraum unseres Kinderferienlagers noch mehr Farbtiefe und Leuchtkraft bekommt.

Dass dieses warm-erfüllte Leuchten für unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum herausragenden Ereignis eines Jahres werden kann, verdanken wir allen, die das Kinderferienlager tätig mitgestalten oder in liebevollen Gedanken begleiten oder auch finanziell kräftig mittragen: in Form von Patenschafts-Spenden, die ermöglichen, dass alle Kinder und auch die vielen jugendlichen Helfer mitkommen können, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Wir sind sehr dankbar über jegliche Unterstützung und freuen uns schon auf die neue „Lasurschicht“, in der das nächste Kinderferienlager aufleuchten wird.

Ulrike Ortín und Tobias Eckinger


Spenden:
Die Christengemeinschaft Basel
Kinder und Jugend, Vermerk: Patenschaft
4052 Basel CH 870900 0000 4079 4265 3

 

Das Kinderferienlager im Überblick

„...es ist Ende Juli und die Zeit ist reif für‘s KiLa! KiLa! Ich glaub ich kehr zurück!“

Viele kleine und grosse Menschen haben sich diese Worte zu Herzen genommen und sind diesen Sommer wieder auf dem Bühl in Walkringen eingezogen, um gemeinsam neue Abenteuer zu erleben.

Aber was war das? Es lag etwas sonderbares über dem Haus dieses Jahr, glich doch der Dachsaal einem blumigen Märchenwald und in der Küche wurde fortwährend geheimnisvoll und zauberhaft gebrutzelt und geknuspert. Schon am dritten Tag geschah es, die Kinder erlangten unermessliche Kräfte und Begabungen, sie schafften sieben auf einen Streich zu tragen und blitzschnell ein gedecktes Tischlein zu zaubern. Kleine Zwerge wuselten durch das Haus und sorgten sich um Schneewittchen, die sieben Geisslein guckten hinter den Türen hervor und ein gestiefelter Kater heckte mit leuchtenden Augen seine Streiche aus. Fröhliche Stimmen, Lachen und märchenhafte Erzählungen schallten durch das Haus. Und zur abendlichen Stunde spielten sich sieben verschiedene Märchen in lebendigen Bildern und von mutigen Stimmen erzählt vor den Augen des grossen Publikums ab.

Jeder Tag brachte neue Überraschungen und zauberhafte Momente mit sich. Am Morgen wurde unter sorgfältiger Anleitung der Helfer eifrig im und ums Haus gewerkelt und gebastelt. Aus Kinderhänden entstanden bunte Wachstücher, hübsch geschnitztes Essbesteck, funkelnde Perlenketten, bunte Figürchen in glitzernden Schneegläsern und sandige Mondlandschaften. Um bis dorthin ins Weltall reisen zu können wurden Raketen unterschiedlicher Art gebaut. Es fanden Probe und Wettflüge statt und Ah‘s und Oh‘s begleiteten die Flüge der Flaschenraketen, wenn sie viele Meter hoch in die Luft hinaufschossen. In der Kräuterküche wurden Tee und Salben gebraut. Und nicht zu vergessen, auch die Schauspielkunst wurde geübt um fröhliche, traurige, träge und energievolle Gesichter machen zu können.

Trotz vielen Regenschauern und wolkigem Wetter schallten am Nachmittag immer wieder aufgeregte Stimmen von Gross und Klein durch den Wald, wenn geschmuggelt, gejagt, gestohlen und gewonnen wurde.

Eines besonderen Tages machten sich die Kinder auf, um den Zauberwald zu erforschen, um Aufgaben zu meistern und um Vorbereitungen zu treffen, am Abend den Feuerdrachen ehrwürdig zu einem Fest willkommen heissen zu können. Sie begegneten merkwürdigen Wesen in diesem Wald, Wesen, die waren doppelt so gross wie sie selber. Es war nicht leicht herauszufinden, welcher von diesen Riesen eine Lüge oder eine Wahrheit erzählte. Um sich bei Nacht vor den gefährlichen Waldgeistern und den Trollen zu schützen haben die Kinder selber Fackeln hergestellt. Doch die Trolle trieben auch am Tag ihren Schabernack und wer sich nicht in Acht nahm, bekam einen nassen Schauer ab. Die Zauberdichter halfen den Kindern dabei, die passenden Worte für das Drachenlied zu finden, auf dem Feenhügel wurden kleine Naturkunstwerke gebaut, um die Feen freundlich zu stimmen und im Schlaraffenland konnten die Kinder Leckereien direkt von den Bäumen und Zweigen essen. Am Nachmittag herrschte fröhliche Feststimmung auf der Wiese am Waldrand und es wurden Spiele gespielt. Die Vorboten des Drachen brachten zum Abendschmaus warme Dampfnudeln à la Dracheneier auf den Festplatz und wurden freudig empfangen. Nach gemeinsamem Singen und Tanzen wurde das Feuer entzündet, die Kinder übten sich im Feuerspucken und hexten unter der Anleitung der Hexe farbige Flammen. Dem Drachen, der in der Dämmerung zu Besuch kam, wurde mit dem Fest alle Ehre erwiesen. Als es dunkel war, wanderten alle grossen und kleinen Menschen im Schein ihrer Fackeln von der Festwiese nach Hause zurück und es habe ausgesehen „wie kleine Irrlichtchen, die durch den Wald schweben.“

Es waren erfüllte zwei Wochen mit grossen Freuden und Herausforderungen, mit Wandererlebnissen in der hohen Bergwelt und märchenhaften Abenteuern in und ums Haus.

Um die ereignissreichenTage gemeinsam abzurunden, trafen sich die grossen und kleinen Menschen jeden Abend bei Kerzenschein im Dachsaal und sangen Lieder von Trollen und Drachen, von Feen und Hexen, von den „Unicorns“, welche die Abfahrt der Arche verpassten, vom kleinen grünen Kaktus und von der unzerbrechlichen Liebe. In vielen Gedanken klingen diese Lieder noch nach und viele werden sich auch nächsten Sommer wieder daran erinnern und den KiLa-Song singen: „...es ist Ende Juli und die Zeit ist reif fürs KiLa! KiLa! Ich glaub ich kehr zurück!“

Madlaina Kaiser   (studiert Musik und Bewegung)