In den Sommerferien ging es auf dem marokkanischen Bühl wild umher. Viele verschiedene Kinder und Helfer trafen sich, um die geheimnisvolle Welt Marokkos und Nordafrikas zu erforschen. Manche waren voller Tatendrang, andere waren gespannt, was auf sie in den nächsten zwei Wochen zukommen wird.
Schon bald ertönten in dem Lagerhaus Afrikanische Gesänge und es wurde getanzt, gelacht und gespielt. Immer abends wurde es etwas stiller im Haus und es wurde eine Geschichte erzählt über die Tuareg und dann wurde gesungen. Am Vormittag konnten die Kinder in den Workshops fleissig sein. Sie erlernten das Gewürze Herstellen, deshalb roch es überall im Haus nach verschiedenen orientalischen Gewürzen. Auch konnten sie Spiele und Schmuck selber machen oder Kerzen giessen und das Lederhandwerk erlernen.
Bald nach den ersten Lagertagen standen um das Haus verschiedene Stände und viele Händler; mit den schönsten Gewändern und Turbanen liefen sie herum und handelten mit ihren Waren. Der Bazar war eröffnet. Es wurden Turbane selber gefärbt, Sandbilder gemalt, es gab Tee, Henna Tatoos wurden gemacht und auch Schlangen beschwört. Doch am meisten wurde mit den gebrannten Mandeln gehandelt. Die Kinder versuchten alles, um viele gebrannte Mandeln zu kriegen. Es entstand auch ein gemeinsames Mosaik.
Eines Tages beim Frühstück hiess es, dass die Lagergemeinschaft beim Iluganfest vom Amenokal eingeladen sei, doch die Stoffe des Baldachins seien von den Djinnen geraubt worden und Geparden halten sich in der Wüste auf. Also machten sich viele Karawanen auf den Weg, die Stoffe zurückzuholen. Es wurden die Turbane angezogen, Proviant eingepackt und dann losgezogen. Auf dem Weg überlegten sich die Karawanen Rätsel, um die Djinnen im Rätselduell zu besiegen. Alle schafften es die listigen Djinnen zu besiegen und bekamen die Stoffe. Dann ging es weiter durch ödes Land und steile Hänge bis hin zu einer Kraftquelle. Dort konnten die Kinder ihre Tonamulette machen und auf dem Feuer Stockbrot bräteln. Mit dem Quellwasser konnten sie das Feuer löschen. Dann schnitzten sich alle einen Geparden-Speer und die Karawane machte sich auf den Weg den Geparden zu erlegen. Am späten Nachmittag kamen alle Karawanen zusammen, bemalten ihre Baldachinstoffe und erzählten sich die Abenteuer untereinander. Bis dann endlich der Amenokal alle unter dem Baldachin begrüsste und die verschiedenen Karawanen ihre Lieder vorsangen, die sie für ihn gedichtet hatten. Dann wurde das Iluganfest gefeiert. Es wurde auch getanzt, getrommelt und im Kreis noch bis spät in den Abend gesungen.
Nach dem Fest wurde wieder eifrig in den Workshops gearbeitet und viele kleine Spiele gespielt. Auch der 1. August wurde gefeiert. Eines Tages wurden Schmuggler entdeckt, die natürlich gefangen und die Ware abgenommen werden musste. Dann endlich eines Morgens gab es einen Aufbruch in die Alpen. Das ganze Lager fuhr ins Kiental und wanderte bis zu einer Alphütte, wo dann alle in einem Stall auf einer Isomatte schlafen konnten. Als alle dort ankamen, waren die Berge in dichten Nebel gehüllt, erst am nächsten Morgen wurden wir von einem Sonnenstrahl geweckt und der Nebel war verflogen. Wir hörten das Läuten der Ziegen- und Kuhglocken. Nach dem Frühstück ging es weiter auf den Chistihubel, wir hatten eine wunderschöne Aussicht. Danach ging es ab in das Tal bis zum Tschingelsee.
Als das Lager langsam dem Ende zu ging überlegten sich die Gruppen lustige Sketche und das Lager wurde mit einem Tanzabend abgeschlossen. Am nächsten Tag wurde es immer ruhiger auf dem Bühl und jedes Kind ging mit vielen marokkanischen Lagererlebnissen nach Hause.
Johanna Probst, Junghelferin
Kinderferienlager – volles Leben und stille Verwandlung
Als wir im Winter das erste Mal zur Vorbereitung zusammenkamen, entschieden wir uns für das Thema Marokko, Nordafrika. Damit hatten wir wie ein geistiges Tor geöffnet und von daher strömte uns seither, einem Windstrom gleich, vieles an Ideen, Gedanken und Bildern zu.
Wenn auf dem Meer der Wind bläst, so wird das Schiff zunächst irgendwohin getrieben, es sei denn es wird ein Mast gesetzt, das Segel in den Wind gestellt und das Steuerruder ergriffen. Dann kann das Schiff die Kraft des Windes nutzen, um seinem Ziel näher zu kommen.
Bis unser Ferienlager-Schiff auf Kurs war brauchte es mehrere Vorbereitungstreffen und auch im Ferienlager selbst ging es jeden Tag von neuem darum, sich aufzurichten, innerlich die Segel in den Wind zu stellen und das Ruder in die Hand zu nehmen: So gelang es uns, das Ferienlagerhaus inmitten des grünen Emmentals in die farbenfrohe Stimmung eines orientalischen Bazars zu kleiden, die Umgebung in eine Wüstenweite zu verwandeln und auf Oasen-Expeditionen zu gehen, zu den Djinnen - den guten Geistern, um im Rätselduell den Stoff für den Baldachin des Sultans zu erhandeln und um einem wilden Amaya - einem Geparden auf die Spur zu kommen und …
Wie der LAZ und dem Ferienlagerbericht zu entnehmen ist, kam unser „Lagerschiff“ immer mehr in Fahrt und volles Leben entfaltete sich mit verschiedensten Höhepunkten: Vieles davon wird sicher noch lange als unvergessliche Erlebnisse in den Kindern und Helfern nachklingen. Da fällt einem der Abschied schwer, wie gerne würden wir die schönen Augenblicke festhalten, damit sie uns nicht verlorengehen. Wie tröstlich und zugleich rätselhaft klingen da die Worte von Antoine de Saint-Exupéry aus seinem Buch „Die Stadt in der Wüste“, die wir in einer der Abendandachten hören durften:
„Worin wir leben, das kann uns niemand nehmen, das brauchen wir auch nicht festzuhalten versuchen. Denn du bist nichts als Weg und Durchgang und kannst nur von dem wahrhaft leben, was du verwandelst.“
Das Kinderferienlager ist ein wunderbarer Ort, an dem wir üben können „Weg und Durchgang“ zu sein für das, was aus der geistigen Welt hereinweht und durch unsere Mitarbeit die Erdenwelt verwandelt. Dass dieses wandlungsvolle Leben jedes Jahr von neuem möglich wird für unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene, verdanken wir allen, die das Kinderferienlager tätig mitgestalten oder in liebevollen Gedanken begleiten oder auch finanziell kräftig mittragen: in Form von Patenschafts-Spenden, die ermöglichen, dass alle Kinder und auch die vielen jugendlichen Helfer mitkommen können, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern. Wir sind sehr dankbar über jegliche Unterstützung und freuen uns schon auf den nächsten Windstrom, in den wir unsere Segel setzen können für das nächste Kinderferienlager.
Ulrike Ortín und Tobias Eckinger
27.07.2024
Die LAZ stellt sich vor
LAZ steht für LAger-Zeitung. Ihre Redaktion ist unbekannt. Sie veröffentlicht täglich verschiedene Berichte, welche ihr zu Ohren gekommen sind. Ob Spuky, Huky oder ernste Angelegenheiten, alles kommt auf spektakuläre Weise, ohne zu zögern in die LAZ rein. So freut sich das Redaktionsteam sie beim Lesen zu erwecken und wünscht ihnen viel Freude damit. Eure LAZ Redaktion.
Gestern Abend um 18.52 Uhr kam es in Walkringen auf dem Bühl, im Esssaal des Lagerhauses zu einem erstaunlichen Ereignis, welches die versammelte Lagergemeinschaft in Staunen versetzte. Inmitten von duftenden Tellern, mampfenden Mündern voll wunderbar schmackhaftem Milchreis, zwischen Geprappel und Geklapper, stolperte ein fremder Gast durch die Türe. Der stramme Jüngling stammte, wie sich alsbald aufgrund der bestehenden Sprachbarriere herausstellte, aus marokkanischer Herkunft. Ein überzeugender Auftritt! Die arabisch klingenden Laute, kombiniert mit der wilden, extrovertiert-tänzerischen Gestik, brachte das Publikum herzlich zum Lachen und faszinierte nachhaltig. Die grossen, ausladenden Armbewegungen des Sultans kamen beinahe einem intensiven Fitnessprogramm gleich. Doch um was ging es dem Sultan tatsächlich? Alaikum Seilam? Die Bedeutung des Besuches bleibt umstritten und wird stetig wild diskutiert. War die anschliessend aufgetretene Ordnung und die sorgfältig gestapelten Tellerstapel ihm womöglich zu verdanken? Oder sind beide Dinge nicht miteinander in Verbindung zu bringen? Jegliche Annahmen hierzu bleiben spekulativ. Fest steht jedoch: der von Kürze geprägte Besuch des Sultans, machte Lust auf mehr! Werden wir womöglich in naher Zukunft erneut beglückt? Und wenn ja, wann? Und handelt es sich tatsächlich um arabisch?
Flinke Beine beim Abendessen
Als um 18.20 Uhr die Glocke läutete waren noch viele Gruppen ihr Gepäck am Einräumen. Während der Glockenläuter sich beim Läuten die Ohren zu hielt, gingen viele schon zum Händewaschen und Hausschuhe anziehen. Es gab ein grosses Gedränge in den Gängen, doch die kleinen Mädchen huschten durch den Gegenstrom der anderen Mädchen, indem sie durch die Lücken schlüpften. Somit waren sie die erste Gruppe, die im Essraum erschien. Ein grosses Lob für die kleinen Mädchen. In den Jahren zuvor mussten sonst immer die anderen Gruppen ungeduldig auf die kleinen Mädchen warten, deshalb ist es ein grosses Ereignis, dass es einmal umgekehrt war.
28.07.2024
Der originelle Postbote!
Auch wenn noch keine Post entsandt wurde, erreichten uns verschiedene Briefe. Ein origineller Postbote kam und verteilte die Post mit einer langen Zange. Von wo kam die?
Das knappe Spiel
Nach etwas Verspätung ging’s mit viel Schwung in den Wald. Paprika (Felfahlona), Pfeffer (Ibzar) und Kreuzkümmel (Kamoun) wurden fleissig geschmuggelt. Nur knapp gewann die Gruppe der Mohora.
Unglaublich
Tolle Präsentationen der verschiedenen Kinder-Gruppen:
Die Töchter des Windes (kleine Mädchen)
Die 13 wilden Amayas (grosse Mädchen)
Die 17 Marocoolamele (mittlere Mädchen)
Die wilden Kamelreiter (grosse Buben)
Die Wüsten Füchse (kleine Buben)
29.07.2024
Am marokkanischen Bazar
Gestern Nachmittag wurden zwei Mädchen auf den geheimnisvollen Sultan aufmerksam, dieser sah dem Leiter Cajetan (der war übrigens auch nirgends mehr zu finden) täuschend ähnlich. Als die Mädchen zu Cajetans Buss geschickt wurden fanden sie ihn da auch nicht. Die Leiter behaupteten er sei krank, aber das schien nicht zu stimmen! Die Mädchen wollten also nun dem Sultan mitteilen, dass Cajetan spurlos verschwunden sei. Zur grossen Überraschung aller Beteiligten war der Sultan auch verschwunden! Die zwei erkundigten sich bei einer Freundin über Sultans Verschwinden. Diese teilte ihnen mit, dass sie den Sultan in den Dachsaal gehen sah. Die zwei Freundinnen klopften also an die Tür des Dachsaals. Daraufhin öffneten ihnen zwei Leiterinnen. Sie tauschten sich anschliessend über die Verbindung von Cajetan und dem Sultan aus. Man verbot den Mädchen den Zutritt zum Dachsaal. Gerade als die Leiterinnen die Tür zum Dachsaal schliessen wollten erhaschten sie einen Blick in den Saal. Sie erblickten das Kleid vom Sultan über einem Stuhl gehängt. Als die Tür dann geschlossen war dauerte es nicht lange bis Cajetan aus der Tür kam und behauptete, er sei im Dachsaal eingeschlafen. Nun blieb es aber trotzdem ein Rätsel, wo der Sultan war. Immerhin war er ja nur noch mit seiner Unterhose bekleidet!
Tragik des Tages
Fleissig wurde auf dem Bazar gehandelt. Zuckernüsse, Turbane, Kamelrennen, Henna, Tee und vieles mehr. Alles war gut und recht! Doch als der Bazar zu Ende war, sah man, wie in einer versteckten Ecke, welche noch am Werkeln waren. Erst jetzt klebte der Mörtel an der Wand und das Mosaik konnte gestartet werden.
30.07.2024
Theater!
Und plötzlich klingeln die Glocken früher als gedacht. Gibt es schon Z’nacht? Ohnein!! Alle rannten voll Freude zum Dachsaal. Als wir eintraten war alles eingerichtet wie in einem Theater. Professionell betraten die Schauspieler die Bühne. Unglaublich; vielen Dank!
01.08.2024
Einladung zum Ilugan-Fest
Heute morgen bekamen wir Post vom Amenokal Nassamu al Rali. Er lud uns (das Kinderferienlager) zum Ilugan-Fest ein. Was bedeutet das wohl? Werden wir ihn auch treffen? Wird er uns noch mitteilen wann es stattfindet?
Wettbewerb
Wer zeichnet das schönste, originellste, lustigste, herzerwärmenste Kamel? Es werden Kinder gesucht, welche während der Mittagspause ein Bild (mit einem Kamel) malen würden, als Bedankung für alle Spender, die das KILA ermöglichen! Und daraus gibt es ein Wettbewerb. Wer hilft mit?
03.08.2024
Küchengedicht
Der Nudeldampf war sehr heiss, da tropft einem der Schweiss.
Wir hätten am liebsten ein Eis, doch Nachtisch gibt’s heut keins. Da fress ich doch fast mein Bein.
Das Trinkwasser war sehr kalt, wie ein klares Bächlein im Wald.
Esst sehr viel, wie ein Pferd aus dem Nil.
Wir brauchten auch noch eine grosse Kelle, und zwar sehr schnelle.
Denn die Nudeln waren schon wie durch-fall.
Cajetan in Not
Gestern, am heiterhellen Nachmittag fuhr unser geliebter Cajetan (manche behaupten, er hiesse Sultan) nichts ahnend durch den Wald. Plötzlich aus dem Nichts blieb der Bus stehen und machte keinen Wank mehr! Die Reifen steckten tief im Schlamm. Zum Glück waren die Buss-Kamele gleich zur Stelle und holten Cajetan aus der Not!
07.08.2024
Skandal: Jungs die nicht mehr zählen können
Als gestern die Gruppenzeit vorüber war, ging es vor das Haus. Dort wurde mit viel Eifer das Spiel der Nomadenvölker und den Djinnen erklärt. Wir begannen zu spielen, doch schon nach kurzer Zeit klingelte wieder die Glocke. War das Spiel schon aus? Nach längerer Diskussion kam heraus, dass die Djinnen (Grosse Jungs) dachten, sie hätten gewonnen. Doch es war ein Rechnungsfehler…
Seid ihr parat für den Tanzabend?
Die Zeit verflog wie im Nu und schon ist der letzte Tag da. Es stehen noch viele tolle Aktivitäten auf dem Programm. Von Spiel im Wald bis zu diversen Sketchen, Theater und einem kunterbunten Tanzabend. Ihr könnt euch freuen! Euer Laz-Team
08.08.2024
Der bunte Nachmittag
Voller Eifer wurden in allen Ecken des Hauses Sketsche geprobt. So kam es dann, dass um 16.30 Uhr geläutet wurde. Auch die Leiter machten Sketsche. Und zum Abschluss gab es Theater. Welch eine bunte Pracht!
Der bunte Tanzabend
Nach dem Abendessen begann die grosse Vorbereitung für den Tanzabend. Esssaal umgebaut und sich schön gemacht. Mit einer Polonaise ging es in den Tanzsaal. Zu festlicher Musik und farbigem Licht wurde freudig gelacht.
Das Lagerteam